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Anzeigengeschäft: Google besteht auf Ende von Cookies

Die werbetreibende Industrie im Web muss sich unwiderruflich auf das Ende des Trackings mithilfe von Cookies einstellen. Das machte Google-High-Supervisor Matt Brittin am 21. September 2022 auf der Werbemesse DMEXCO in Köln deutlich. “Der Übergang zu einer Welt ohne Drittanbieter-Cookies bedeutet, dass wir die Technologie, auf der ein Großteil des On-line-Werbesystems beruht, überdenken müssen”, sagte Brittin, der das Google-Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten und in Afrika verantwortet. Man müsse neue Lösungen entwickeln, bei denen der Datenschutz im Vordergrund stehe.

Werbe-Cookies: So funktionieren sie

Cookies sind kleine Dateien, die ein Browser auf dem Rechner oder Smartphone speichert. Weil Cookies oft eindeutige Kennungen enthalten, können Web sites Besucherinnen und Besucher damit wiedererkennen. Sogenannte Drittanbieter-Cookies werden nicht von der besuchten Web site selbst gesetzt, sondern durch eingebettete Inhalte von anderen Seiten. So können Werbedienstleister die Consumer über verschiedene Seiten hinweg verfolgen.

Cookies: Technologie werde missbraucht

“Cookies von Drittanbietern sind eine Technologie, die zunehmend missbraucht wird”, sagte Brittin der Deutschen Presse-Agentur. Die Nutzerinnen und Nutzer empfänden einige der Werbeeinblendungen als aufdringlich und störend und setzten zunehmend Werbeblocker ein. “Ein Werbeblocker ist ein grobes Werkzeug, das es erschwert, Inhalte zu finanzieren, weil alles blockiert wird.”

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Alternativkonzepte bereits in Sicht

Brittin lehnte einen vollständigen Verzicht auf personalisierte Werbung ab, weil dadurch die Existenz des kostenlosen, durch Werbung financierten Internets gefährdet werde. “Das Interactive Promoting Bureau hat in einer Studie herausgefunden, dass die Umstellung von personalisierter auf nicht personalisierte Werbung 39 Milliarden Euro im Jahr kosten könnte.” Brittin verwies stattdessen auf ein Alternativkonzept mit dem Namen Matters (Themen), bei dem der Browser selbst ein Interessenprofil anlegt, ohne dass Daten an Werbekunden und -kundinnen gelangen, die zur konkreten Identifizierung dienen könnten.

Werbe-Cookies: Keine weitere Gnadenfrist

“Wir stellen eine neue Technologie zur Verfügung, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, related Werbung zu sehen, ohne dass ihre Privatsphäre gefährdet wird oder sie über Web sites hinweg verfolgt werden.” Gleichzeitig machte Brittin deutlich, dass es für die Akzeptanz von Drittanbieter-Cookies keine längere Gnadenfrist geben werde. Google hatte bereits Anfang 2020 angekündigt, die Unterstützung von Werbe-Cookies im hauseigenen Browser Chrome auslaufen zu lassen. Nach Protesten aus der Werbebranche verlängerte das Unternehmen diese Frist auf die “zweite Jahreshälfte 2024”. Dieser Termin stehe fest, sagte er.

Werbegeschäft: Google stellt weitere Instruments vor

Auf der DMEXCO in Köln kündigte Google zwei weitere neue Instruments an, um datenschutzfreundliche Werbung zu ermöglichen. Der sogenannte Google Advertisements Privateness Hub soll Werbetreibenden helfen, neue datenschutzfreundliche Werbelösungen anzuwenden. Das zweite Device richtet an die Nutzerinnen und Nutzer: Das “Mein Anzeigen-Middle” soll den Anwendern und Anwenderinnen mehr Kontrolle über die Anzeigen geben, die sie auf YouTube, in der Google-Suche und im Google-Information-Feed Uncover sehen möchten. (Mit Materials der dpa.)

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