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Corona-Pandemie: Peking verurteilt Testpflicht für China-Reisende

Sales space: 03.01.2023 12:43 Uhr

Die Regierung in Peking hat die Testpflicht für Reisende aus China in mehreren Ländern kritisiert und Gegenmaßnahmen angekündigt. Die Beschränkungen seien “inakzeptabel” und “diskriminierend”. Deutsche Amtsärzte fordern europaweite Assessments.

Vor dem Hintergrund der massiven Corona-Welle in China hat sich die Regierung in Peking gegen strikte Einreisebestimmungen anderer Länder für Reisende aus der Volksrepublik ausgesprochen.

Die von einigen Ländern verhängten Einreisebeschränkungen hätten keine wissenschaftliche Grundlage und seien teilweise inakzeptabel, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Mao Ning. “Wir wenden uns entschieden gegen Versuche, die Corona-Maßnahmen zu politischen Zwecken zu manipulieren, und werden auf der Grundlage des Prinzips der Gegenseitigkeit Gegenmaßnahmen ergreifen.”

Peking: Varianten können überall entstehen

Experten sähen dafür keine Notwendigkeit, weil Varianten überall in der Welt entstehen könnten, sagte Mao Ning. Die Reaktionen sollten “wissenschaftsbasiert und angemessen” sein. “Niemand sollte die Gelegenheit ergreifen, um politische Manipulationen oder diskriminierende Reaktionen vorzunehmen.” Die Maßnahmen sollten normale Reisen nicht beeinträchtigen.

Auch wies die Sprecherin darauf hin, dass chinesische Behörden “zeitgerecht, offen und clear” Informationen über die jüngste Ausbreitung des Viruses in China mit dem Ausland geteilt hatten.

China habe auch Genom-Daten der jüngsten Fälle an die in München ansässige weltweite Wissenschaftsinitiative GISAID übermittelt, die freien Zugang zur Info zu Influenza- und Covid-19-Viren fördert. Vor ein paar Tagen habe es auch ein virtuelles Treffen chinesischer Behörden mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegeben, indem sich beide Seiten über die gegenwärtige Lage, die klinischen Behandlungen, Impfungen und andere technische Fragen ausgetauscht hätten, sagte Mao Ning.

Amtsärzte fordern europaweite Testpflicht

Derweil fordern die deutschen Amtsärzte für alle Einreisenden aus China eine einheitliche Testpflicht in der Europäischen Union. Bei einer explosionsartigen Ausbreitung wie derzeit in China müsse man damit rechnen, dass das Virus mutiere, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deswegen müsse man vorbereitet sein.

Man brauche nun ein europaweit einheitliches Schutzkonzept, so der Mediziner. Jeder Reisende aus China sollte bei der Einreise in die EU per Schnelltest getestet werden. Die Regel müsse für Geschäftsreisende, Touristen und andere Besucher gelten. Bei einem positiven Testergebnis müsse ein PCR-Take a look at folgen und die Probe sequenziert werden. Wer sich infiziert habe, solle in jedem Fall in Isolation gehen müssen, so Nießen.

EU debattiert über gemeinsame Strategie

Die EU-Staaten wollen sich am Mittwoch um eine gemeinsame Strategie im Umgang mit der chinesischen Corona-Politik bemühen. Dabei geht es um die Frage, ob und wie die Behörden aus China einreisende Flugpassagiere auf neue Varianten des Coronavirus testen sollten.

Mehrere Mitgliedsländer haben in der vergangenen Woche bereits eigenständig Schritte eingeleitet. Etwa ein Dutzend Staaten, darunter die USA, Japan, Israel und auch europäische Staaten wie Frankreich, Spanien und Großbritannien ordneten bereits eine Corona-Testpflicht für Reisende aus China an. Marokko ging sogar einen Schritt weiter und untersagte unabhängig von der Nationalität der Reisenden jegliche Einreisen aus China.

Im December allein 248 Million Infizierte

China hatte am 7. Dezember abrupt ein Ende seiner Null-Covid-Politik verkündet – seitdem erlebt das bevölkerungsreichste Land eine riesige Corona-Welle. Allein in den ersten drei Dezemberwochen haben sich nach officiell unbestätigten internen Schätzungen schon 248 Millionen Menschen oder 18 Prozent der Bevölkerung mit Corona infiziert. Die Welle habe in Großstädten ihren Höhepunkt überschritten und erfasse in diesem Monat ländliche Gebiete, hieß es in Staatsmedien.

Seit 2020 hatte China selbst scharfe Einreisebeschränkungen verhängt, kaum Visa vergeben und bis Dezember noch eine Quarantäne verlangt.

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