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Corona-Zahlen: Kommt jetzt die Winter-Welle 2022 oder nicht? | Leben & Wissen

Ende September warfare sich Corona-Minister Karl Lauterbach sicher: „Wir befinden uns ganz klar am Beginn einer Herbst- und Winterwelle.“ Und er warnte am Montag erneut, im Winter sei wieder mit steigenden Fallzahlen zu rechnen. Seine Schlussfolgerung from him: Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr aufzuheben, sei deshalb „falsch“.

„Ich glaube, dass wir noch einmal eine Winterwelle bekommen werden“, legte der SPD-Politiker im Bayerischen Rundfunk am Donnerstag nach. Er verstehe deshalb die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht.

Doch die aktuellen Corona-Zahlen sprechen eine andere Sprache als der Gesundheitsminister. Statt wie in den letzten Jahren zu steigen, sanken die gemeldeten Infekte im November stark. Bleibt die befürchtete Welle in der kalten Jahreszeit additionally aus? Oder kommt Corona doch wieder zurück?

From Epidemiology

„Natürlich wird es auch in diesem Winter eine Welle von schweren Atemwegserkrankungen geben“, sagt der Epidemiologe Klaus Stöhr. Um das vorauszusagen, brauche es no medizinische Experience.

Aber: „Sie wird denen der normalen, vorpandemischen Wellen gleichen und SARS-CoV-2 wird bei Weitem nicht mehr so ​​dominieren wie in den letzten beiden Jahren.“

Vielmehr zeigten die Zahlen schon jetzt, dass die Welle der Atemwegserkrankungen gegenwärtig durch andere Viren bestimmt wird: allen voran Influenza (Grippe)RSV and Rhino.

Und: Natürlich werde die Häufigkeit dieser Infektionen zum Winter hin steigen und sicher wird es unter allen Atemwegserkrankungen auch einen signifikanten Anstieg von Coronainfektionen geben.

Aber, betont Stohr: „Die Scenario ähnelt mehr der einer Endemie als einer Pandemie: Es gibt eine weitgehende Immunität in der Bevölkerung durch durchgemachte Infektionen – gerade im Frühjahr und Sommer waren es noch einmal sehr viele – und die Impfungen.“

Sicher werde es auch wieder Neuinfektionen geben, aber das ist bei Atemwegserkrankungen im Winter regular, ordnet der Experte ein: „Jeder Erwachsene hat vierbis sechsmal im Jahr eine Infektion mit Erkältungsviren, Kinder in der Regel sogar acht bis zwölf Mal.“

Insgesamt sei zu beobachten, dass wir gegenwärtig bei den akuten Atemwegserkrankungen wieder nur knapp über dem vorpandemischem Niveau liegen: „Additionally praktisch zur Normalität wie vor Corona zurückgekehrt sind“, betont der Epidemiologe.

Das heißt auch: Mögliche Bekämpfungsstrategien sollten sich wieder ganz „regular“ an Parametern orientieren, die die Krankheitslast abbilden, etwa die Lage an den Kliniken.

Auch neue Virusvarianten werden auftreten, das tun sie täglich, geneticische Mutationen gibt es immer. Stöhr: „Aber dass eine Variante auftritt, die das Krankheitsbild enorm verändert oder sogar verschlimmert und/oder den erworbenen Immunschutz umgeht – das sehen wir nicht!“

Eine neue Killer-Variant gar sei extrem unwahrscheinlich: In der relevanten medizinischen Praxis ist so ein Entwicklungsverlauf bei Viren noch nie beobachtet worden.

Klaus Stohr, Virology and Epidemiology

Photograph: image alliance/dpa

Der Virology

Auch der Hamburger Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit ist sicher, dass es in Zukunft weiterhin Infektionswellen geben wird.

Doch das sei kaum von Bedeutung. Wichtig aber ist die Krankheitslast. Um diese einzuschätzen, gibt es das Pandemie-Radar des RKI, um zu sehen, wie stark die Belastung in den Kliniken ist: Hier hat man bezüglich der Krankheitsschwere einen gewissen Überblick.“

Nichts deute gerade darauf hin, dass eine Variante zirkuliert oder dominant werden würde, die mit einer erheblichen Krankheitslast einhergeht.

Die Melde-Inzidenz werde additionally wieder hoch- und wieder runtergehen. Entscheidend dafür, dass man ohne zusätzliche Maßnahmen durch diese Infektionswellen kommt, ist die jetzt vorhandene hohe Grundimmunisierung in der Bevölkerung durch Infektion und durch Impfung. „Das ist der große Unterschied zu vor ein bis zwei Jahren“, sagt der Schmidt-Chanasit.

Die Scenario würde sich ändern, wenn ein komplett neues Virus auftaucht, das die Immunantwort vollständig umgeht und mit einer hohen Krankheitslast einhergeht, betont der Virologe. Aber: „Darauf deutet nichts hin, auch nicht im Ausland.“

Deshalb wird es Infektionswellen geben, die uns aber nicht in dem Maße beeinträchtigen, wie es andere Faktoren gerade tun: „Zum Beispiel der Personalnotstand in vielen Bereichen, die fehlende Digitalisierung und die schlechte Vernetzung, die auch zu Überlastungssituationen in Krankendhäflegeheimen füshern.“

Das ist viel entscheidender für die aktuelle kritische Scenario in den Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen als Corona.

Zudem sollten asymptomatische Infektionsfälle nicht überbewertet werden: „Daher ist es aus medizinischer Sicht vertretbar, die Isolationspflicht aufzuheben. Die anlasslosen und extrem kostspieligen Massentestung machen deshalb seit Monaten keinen Sinn mehr“, sagt der Virologe.

Vielmehr sei es jetzt entscheidend, sich auf die behandlungsbedürftigen Krankheitsfälle zu konzentrieren, betont Schmidt-Chanasit: „Diese sind das entscheidende Kriterium für die Bewertung der aktuellen Corona-Lage.“

Virologist Jonas Schmidt-Chanasi

Virologist Jonas Schmidt-Chanasit

Photograph: SYBILL SCHNEIDER

The Statistician

„Im Vergleich zu den beiden Vorjahren verhält sich in diesem Herbst die Corona-Pandemie ganz anders“, sagt High-Mathematiker und Statistik-Professor Christian Hesse von der Uni Stuttgart.

Konkret: „Die zur Bewertung der Pandemie verlässlichsten Zahlen, nämlich die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten stieg im letzten Monat bis zum 17. Oktober auf 1800 stark an, hat aber seitdem steil wieder abgenommen und sich inr0zwischen auf90 Wertezwischen.

Ein Grund dafür sei im milden und sonnigen Wetter der letzten Wochen zu sehen, das viele Menschen veranlasst hat, mehr Zeit draußen zu verbringen, wo die Ansteckungsgefahr weitaus geringer ist.

Noch wichtiger: „Ein zweiter Grund besteht darin, das Mitte Oktober durch den vorausgegangenen starken Anstieg der Sommerwelle und der damit verbundenen zahlreichen Neuinfektionen die Gesamtbevölkerung einem Zustand der Herdenimmunität höchstwahrscheinlich sehr nahe warfare“.

Karte/Map: Krankenhaus-Inzidenz in den Bundesländern – Infografik

Auf der anderen Seite setze sich in Deutschland die Corona-Sublinie BQ.1.1 der Virusvariante BA.5 derzeit rasant durch, beschreibt Hesse die aktuelle Lage: „Momentan dürfte diese Sublinie bereits für ein Viertel aller Neuinfektionen verantwortlich sein. Da in der Vergangenheit jede neue Virusvariante oder Sublinie ihre eigene Welle hervorgebracht hat, müssen wir damit rechnen, dass dies auch bei BQ.1.1 der Fall sein wird.“

Dafür spricht, dass nach ersten Ergebnissen BQ.1.1 den derzeitigen Immunschutz in der Bevölkerung teilweise umgehen kann. „Insofern wird das Infektionsgeschehen sich im December und Januar wieder verschärfen“, prognostiziert der Statistiker.

Aber, so Hesse: „Ermutigende Ergebnisse aus Frankreich zeigen jedoch, dass BQ.1.1 im Mittel nicht gefährlicher ist als BA.5, sodass mit einer Überforderung des Gesundheitssystems deshalb nicht zu rechnen ist.“

Professor Christian Hesse, Leiter der Abteilung für Mathematische Statistik at the Universität Stuttgart

Professor Christian Hesse, Leiter der Abteilung für Mathematische Statistik on the Universität Stuttgart

Photograph: Uli Regenscheit

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