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Mit welchen Krebsarten man sich anstecken kann – Diese Krankheitserreger und Parasiten spielen eine Rolle

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From: Carolin Gehrman

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Viele Krankheiten sind von Mensch zu Mensch übertragbar. Aber gilt das auch für Krebszellen? Und gibt es weitere Erreger, die das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken? Ein Überblick.

Bremen – Durch die Corona-Pandemie hat es sich bei vielen Menschen ins Bewusstsein gebrannt: Unter Umständen kann von unseren Mitmenschen ein Krankheitsrisiko ausgehen. Und auch viele andere Krankheiten sind von Mensch zu Mensch übertragbar oder von Tier zu Mensch. Dabei sind entweder Viren, Parasiten oder Bakterien im Spiel. Laut Robert-Koch-Institut handelt es sich dann um sogenannte Infektionskrankheiten. Aber wie sieht es eigentlich bei Krebs aus? Geht hier auch eine Ansteckungsgefahr von Betroffenen aus?

Ist Krebs durch Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar?

Nein, erklärt der Krebsinformationsdienst der Deutschen Krebsgesellschaft. Der Kontakt mit Krebspatienten ist vollkommen unbedenklich, denn die Krankheit an sich ist nicht übertragbar. Allerdings gibt es bestimmte übertragbare Krankheitserreger, die Krebs auslösen können. Tumorzellen selbst verhalten sich aber nicht wie Krankheitserreger und sind daher auch nicht infektiös. Krebsgeschwulste entstehen nämlich in körpereigenen Zellen. Sie dringen nicht von außen ein.

Selbst wenn lebende Krebszellen eines Erkrankten auf die Haut, in den Mund oder den Blutkreislauf eines gesunden Menschen gelangen, ist die Gefahr der Erkrankung extrem gering. Selbst bei sehr intimem Kontakt geht von Krebspatienten keinerlei Risiko aus, wie die DKG betont, da das Immunsystem darauf spezialisiert ist, fremde Zellen zu erkennen und zu vernichten. Krebszellen werden auch nicht ausgeschieden, sodass man sich auch nicht davor sorgen muss, durch Kontakte im öffentlichen Raum oder auf gemeinsam genutzten Toiletten anzustecken.

Krebs ansteckend: Im Tierreich sind Ansteckungen mit Krebs durch direkten Kontakt möglich

Anders ist das hingegen im Tierreich. Hier wurden durchaus direkte Übertragungen von Krebserkrankungen beobachtet. Beispielsweise durch Bisse unter rivalisierenden Tasmanischen Teufeln, die oft von Geschwulsten im Gesicht betroffen sind. Die Krebszellen werden dabei vom Maul des erkrankten Tieres direkt ins Gewebe des Rivalen „eingepflanzt“, weshalb auch das zuvor gesunde Tier Tumore entwickeln kann, schreibt die Ärztin Marisa Kurz im Wissenschaftsmagazin Spectrum. Auch unter Hunden kann durch Lecken oder Geschlechtsverkehr eine bestimmte Krebsart, welche die äußeren Geschlechtsorgane betrifft, übertragen werden – vermutlich über kleinste Wunden. Von den geliebten Haustieren geht aber dennoch keine Gefahr für den Menschen aus.

Offener Tumor ansteckend? In wenigen Fällen kam es zu einer Übertragung – Kontakt mit Krebspatienten ist risikolos

Auch beim Kontakt mit Menschen ist diese Sorge unangebracht. Nur in äußerst selten wurde bislang eine Krebserkrankung von Mensch zu Mensch übertragen, erklärt Kurz. Als Beispiele nennt sie zwei Fälle bei Säuglingen, die bei der Geburt Gebärmutterhalskrebszellen der Gebärenden „eingeatmet“ haben. Das Immunsystem der Neugeborenen struggle zu diesem Zeitpunkt noch zu schwach, um diese Zellen auszuschalten. Sie entwickelten daraufhin Lungentumore. Oder die Fälle einer Labormitarbeiterin und eines Chirurgen, die sich an medizinischen Instrumenten verletzten, an denen Tumorzellen klebten. An den Stellen der Verletzung entstanden später Krebsgeschwulste.

Krebszellen sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Bestimmte ansteckende Krankheitserreger erhöhen das Krebsrisiko hingegen. © Panthermedia/IMAGO

Einige von Mensch zu Mensch übertragbare Krankheitserreger sowie Parasiten und Bakterien können Krebs auslösen

Diese Fälle, dass Krebs übertragbar ist, sind allerdings, wie bereits erwähnt, äußerst selten und zudem auf einen klaren Auslöser zurückzuführen. Die allermeisten Menschen dürften in ihrem Alltag derartigen Risiken nicht ausgesetzt sein. Tatsächlich gibt es aber eine Reihe von übertragbaren Erregern, die eine Krebsentstehung begünstigen können, bei denen durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass man mit ihnen in Kontakt kommen könnte.

Auch hier sei noch einmal betont: Die Erreger sind ansteckend, nicht die Krebserkrankung selbst. Statistisch kommt es auch nur bei einem Bruchteil der Infizierten zu einer Tumorerkrankung. Laut Robert-Koch-Institut sind etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit auf Infektionen zurückzuführen.

Ist Krebs ansteckend? Eine Ansteckung mit dem sexuell übertragbaren HPV kann Krebs verursachen

Um welche Krankheitserreger geht es dabei? Einer der wichtigsten, da weit verbreitet, ist das Humane Papillomvirus (HPV). Er macht die Hälfte der infektionsbedingten Krebserkrankungen aus und wird vor allem bei ungeschütztem Sexualkontakt übertragen. Eine Ansteckung kann zu Krebs an Gebärmutterhals, Vagina, Penis, Anus und im Rachenbereich führen. Sowohl Männer als auch Frauen können das Viruses in sich tragen und es an andere weitergeben. Gebärmutterhalskrebs wird sogar zu nahezu 100 Prozent durch HPV verursacht, wie Kurz in Spectrum berichtet.

Sie weist außerdem darauf hin, dass sich Schätzungen zufolge 80 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger infizieren. Dabei wären diese Erkrankungen vermeidbar. Zum einen kann man sich gegen HPV impfen lassen – sogar noch bis ins Erwachsenenalter. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Zum anderen sollte man bei Sexualkontakt für ausreichend Schutz vor einer Ansteckung sorgen.

Ansteckung mit bestimmten Hepatitis-Erreger kann Krebs zur Folge haben

Das gibt auch für das Hepatitis-B-Virus, das ebenfalls zu den sexuell übertragbaren Erregern gehört. Es kann chronische Leberentzündungen verursachen, die in seltenen Fällen Krebs verursachen. Gegen den Erreger kann man sich allerdings auch impfen lassen. Das Hepatitis-C-Virus kann Leberentzündungen und in der Folge auch Leberkrebs verursachen. Die Krankheit kann mittlerweile durch die Gabe von Medikamenten geheilt werden.

Manche Vertreter des Epstein-Barr-Virus, das zur Familie der Herpesviren gehört und durch Speichel übertragen wird, können ebenfalls Krebs verursachen. Mehr als 90 Prozent aller Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger an, meist bleibt die Infektion unbemerkt. In einigen Fällen erkranken Infizierte am sogenannten Pfeifferschen Drüsenfieber. Langfristig kann EBV zu Krebserkrankungen des Magens und des Nasen-Rachenraums führen sowie zu Lymphdrüsenkrebs. Auch das Humane Herpes-Virus 8 kann bei Immungeschwächten die Entstehung von Lymphomen begünstigen.

Lymphdrüsenkrebs und Magenkrebs kann durch Herpesviren verursacht werden

Da das Immunsystem bei der Entstehung von Krebs eine große Rolle spielt, kann es auch bei einer Immunschwächung durch das HI-Virus zu bösartigen Tumoren am Gebärmutterhals und im Lymphsystem kommen. Auch das sogenannte Kaposi-Sarkom kann bei Immungeschwächten verstärkt auftreten. Es handelt sich dabei um eine seltene Type von Hautkrebs.

Bakterien und Parasiten können ebenfalls an der Krebsentstehung beteiligt sein, wie zum Beispiel das relativ weit verbreitete Bakterium Helicobacter pylori. Völlegefühl, Schmerzen im Oberbauch oder Übelkeit können auf eine Infektion hinweisen, die allerdings intestine mit Antibiotika behandelt werden kann. Eine Impfung dagegen existiert nicht. Das Bakterium kann Magenschleimhautentzündungen verursachen, wird aber auch mit Magenkrebs und einer bestimmten Artwork von Lymphdrüsenkrebs in Verbindung gebracht.

Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkohol spielen wesentlich größere Rolle als „Krebsviren“

Blasenkrebs kann durch den parasitären Befall mit einem vor allem im tropischen Raum auftretenden Wurm ausgelöst werden, einer sogenannten Schistosomiasis (Bilharziose). Ein anderer Parasit, der in Asien heimische Wurm Opisthorchis viverrini, verursacht Gallengangskrebs. Das Risiko, über diesen Weg an Krebs zu erkranken, durfte aber für die meisten im Alltag keine Rolle spielen. Wesentlich relevanter ist hingegen das Krebsrisiko, das von HPV-Infektionen ausgeht.

Eine Impfung sowie ein umsichtiges Verhalten beim Sexualverkehr ist daher in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Darüber hinaus kann man sein individuelles Krebsrisiko auch durch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung reduzieren. Vor allem sollte man aber auf Zigaretten und Alkohol verzichten, da ein regelmäßiger Konsum das Risiko, an besonders gefährlichen Krebsarten zu erkranken, erheblich erhöhen.

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