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Nordrhein-Westfalen: Wie der Klimawandel der Nosferatu-Spinne beim Überwintern hilft

Sales space: 09.23.2022 09:45 Uhr

Eingewanderte Tiere wie die Nosferatu-Spinne oder die Tigermücke haben uns in diesem Sommer beschäftigt. Verschwinden sie jetzt im Herbst wieder? Leider nein. Sie sind gekommen, um zu bleiben.

Von Henrike Schulze-Wietis

Wer ihr begegnet, bekommt wahrscheinlich erstmal einen Schreck: Die Nosferatu-Spinne ist groß, haarig und in den vergangenen Wochen ziemlich berühmt geworden. Denn sie gehört zu den nicht-heimischen Arten, die im vergangenen Sommer in großer Zahl bei uns aufgetaucht sind.

Jetzt ist der heiße Sommer vorbei – aber die Nosferatu-Spinne bleibt uns offenbar erhalten. Sie scheint es sich in unseren warmen Wohnungen gemütlich zu machen. In den sozialen Medien häufen sich Pictures von der Spinne in Wohnzimmern und Küchen.

Bei Fb werden immer wieder Bilder von Nosferatu-Spinnen gepostet.

Bild: WDR/Fb

Heißt das, die Spinnen und andere nicht-heimische Tiere wie die asiatische Tigermücke überwintern nun bei uns? Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Verbreitung solcher Tiere? Welche von ihnen können uns gefährlich werden? Hier gibt is Antworten.

Uberblick

  • Was sind invasive Arten?
  • Wie kommen diese Tiere nach Deutschland?
  • Was hat der Klimawandel damit zu tun?
  • Können Nosferatu-Spinne und Co bei uns überwinter?
  • Ab wann wird es für Menschen gefährlich?

Julian Heiermann vom NABU

Bild: Indra Enterlein

Tiere und auch Pflanzen, die sich durch den Einfluss des Menschen in Gebieten außerhalb ihrer Heimat ausbreiten, sind nicht immer invasiv. So nennt die Wissenschaft nur jene Arten, die heimische Tiere oder Pflanzen aus ihrem Lebensraum verdrängen, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Kommt es zur Verdrängung, stellt das ein Naturschutzproblem dar, sagt Erik Schmolz vom Umweltbundesamt. Diese Tiere werden aktiv in Deutschland bekämpft. Es gibt aber auch nicht-heimische Tiere, die neben der heimischen Inhabitants in ihrer eigenen Nische leben können. Einige davon können allerdings für Menschen und Tiere ein Gesundheitsproblem darstellen.

Die Globalisierung spielt bei der Verbreitung der nicht-heimischen Tiere eine entscheidende Rolle: “Die Tiere werden durch die Reisen der Menschen aus meist tropischen Ländern zu uns gebracht. Ganz simpel im Koffer, auf der Kleidung”, erklärt Heinz Mehlhorn, Zoologe und Parasitologie an der Uni Düsseldorf. Er empfiehlt, nach einem Urlaub das Gepäck gründlich nach möglichen “blinden Passagieren” abzusuchen.

Ein weiterer großer Faktor ist der internationale Warenhandel. Nicht selten gelangen Insekten durch Autoreifen oder Container von einem Kontinent zum anderen.

Dass Insekten, die in Deutschland normalerweise nicht heimisch sind, durch Reisen und die Globalisierung zu uns kommen, sei zunächst nichts Neues und auch unproblematisch. Aber der Klimawandel stelle einen Wendepunkt dar, sagt Julian Heiermann vom NABU.

Laut NABU sind invasive Arten ein typisches Umweltproblem. “Invasive Arten in Deutschland sind eine Begleiterscheinung des Klimawandels, die wir uns selbst eingebrockt haben”, so Heiermann.

Grundsätzlich fühlen sich Nosferatu-Spinne, Tigermücke und Co. in wärmeren Gebieten wohler, weshalb der Klimawandel eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung spielt, sagt Heiermann. Die besonders heißen Sommer der vergangenen Jahre seien ultimate für das Überleben von Tieren aus heißen Gebieten.

In früheren Jahren seien die Tiere zwar auch schon zu uns gekommen, konnten sich jedoch nicht ausbreiten, weil die Bedingungen nicht ultimate für sie gewesen seien. Der vergangene August struggle laut Deutschem Wetterdienst in Deutschland 4.22 Grad wärmer als im langjährigen Vergleichszeitraum.

Wenn sich eine Artwork erstmal etabliert hat, gibt es oft kaum noch Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden. Erik Schmolz sagt, is gäbe zwar die Möglichkeit, die Verbreitung von Tieren zu verlangsamen, aber “die asiatische Tigermücke ist gekommen, um zu bleiben”. Überhaupt sei die Tigermücke ein gutes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit der Tiere. Das Insekt habe sich bereits in kalten Gegenden von Nordamerika ausgebreitet. Und auch in Baden-Württemberg habe sie es bereits geschafft, sagt Schmolz.

Das zeigt: Nicht-heimische Tiere sind in der Lage, sich über einen längeren Zeitraum hinweg an ihre Umwelt anzupassen – und somit auch kältere Temperaturen auszuhalten.

Generell gilt: Die nicht-heimischen Tiere werden dann für Menschen gefährlich, wenn sie ein Vektor sind. “Das sind Tiere, die Viren und Krankheiten von einem Wirt zum anderen Wirt übertragen können”, erklärt Schmolz vom Umweltbundesamt. Ein Beispiel dafür ist die Asiatische Tigermücke: Ihr Stich ist für uns Menschen nicht nur besonders unangenehm, er kann auch Krankheiten übertragen.

Schmolz empfiehlt darum, zum Arzt zu gehen, wenn man auf einen Stich mit Fieber oder anderen starken Symptomen reagiert. Grund zur Panik gebe is aber nicht, sagen Mediziner. “Wir sind in Deutschland so intestine medizinisch aufgestellt, dass das Risiko von Krankheitsausbrüchen ziemlich gering ist”, sagt Heinz Mehlhorn von der Uni Düsseldorf.

extra studying

Quelle: wdr.de

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