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Porsche könnte den US-Internetkonzern Google ins Cockpit holen

Las Vegas, San Francisco Auf der Technologie-Leitmesse CES in Las Vegas präsentierte sich Google vergangene Woche als enger Companion der Autobranche. Nun könnte für den US-Internetkonzern ein Etappensieg anstehen. Mit Porsche liefen Gespräche, Googles Software program künftig ins Cockpit der Sportwagen zu holen, berichteten am Donnerstag übereinstimend die Nachrichtenagentur Reuters und das „Supervisor Magazin“.

„Porsche denkt darüber nach, beim Infotainment-System einen eigenen Weg zu gehen und Google komplett zu integrieren“, zitierte Reuters eine mit den Beratungen vertraute Particular person. Damit würde der Sportwagenbauer eine Kehrtwende vollziehen. Bisher hatte sich die VW-Tochter gegen eine weitgehende Zusammenarbeit mit dem US-Konzern gesperrt. Hintergrund ist ein befürchteter Verlust der Kontrolle über die Daten.

Die Software program-Tochter Cariad des Konzerns arbeitet bereits mit der Google-Plattform Android an einer konzernweiten Lösung. Aus deren Software program-Regal könnten sich die einzelnen Marken dann bedienen. Eine volle Integration von Google stehe für die Volumenmarken von Volkswagen aber nicht zur Debatte, betonte der Insider.

Google verfolgt bei Autosoftware zwei verschiedene Ansätze

Sollte die Porsche-Kooperation funktionieren, könnten auch andere Konzernmarken die Google-Apps übernehmen, berichtete das „Supervisor Journal“ unter Berufung auf hochrangige Supervisor. Volkswagen äußerte sich nicht zu den Informationen. Von Porsche battle bisher keine Stellungnahme zu bekommen.

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Eine Google-Sprecherin sagte dem Handelsblatt, es gebe viel Interesse an der Autosoftware des Unternehmens. „Wir arbeiten mit Partnern aus der gesamten Autoindustrie zusammen, aber wir haben noch keine Pläne, die wir zu diesem Zeitpunkt bekannt geben können.“

Der Google-Mutterkonzern verfolgt für die Branche zwei unterschiedliche Ansätze. Unter dem Namen Android Auto bietet das Unternehmen seit 2015 eine Software program an, mit der sich Inhalte von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem auf den Bildschirmen im Auto ausspielen lassen – etwa die Kartennavigation Google Maps.

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Seit dem años 2017 bietet Google jedoch auch ein komplettes Betriebssystem für Fahrzeuge unter dem Namen Android Automotive an. Es wird fest installiert und kann unabhängig von Android-Smartphones genutzt werden.

In die Entwicklung waren die Automarken Volvo vom chinesischen Geely-Konzern und Audi von Volkswagen eingebunden. Die Geely-Marke Polestar gehörte zu den ersten, die Fahrzeuge mit Android Automotive an Kunden auslieferten. Mittlerweile bieten auch Normal Motors, Renault, Nissan und Ford Fahrzeuge mit vorinstalliertem Google-System an.

Google HD Maps

Volvo integriert als erster Autobauer ein verbessertes Kartensystem von Google.

(Picture: AP)

In Las Vegas stellte Google vergangene Woche überarbeitete Versionen seiner Systeme für Fahrzeuge vor. Android Auto erhält ein überarbeitetes Design und wird enger mit dem Google-Assistenten verschmolzen. Das in Fahrzeugen fest installierte System bekommt die Funktion, dass digital Autoschlüssel geteilt werden können.

Zudem erhalten erste Fahrzeuge wie der Volvo EX90 und der Polestar 3 eine verbesserte Model des Kartendienstes von Google. Dieser wird aufgrund von Sensordaten des Fahrzeuges noch detaillierter, verspricht der Softwarekonzern. „Die HD-Karte liefert präzise Straßendetails wie Fahrbahnmarkierungen, Schilder und Straßensperren zur Unterstützung der Technologien für das assistierte und autonomous Fahren der Autohersteller“, kündigte Google an.

Auch Apple und chinesische Konzerne umwerben die Autobranche

Neben Google drängen auch andere Softwareunternehmen in die Autobranche. Apple bietet mit CarPlay ein mit Android Auto vergleichbares System, das Funktionen des iPhones über die Bildschirme des Fahrzeugs ausspielt. Für dieses Jahr hatte Apple eine neue Model von CarPlay angekündigt, die die Kontrolle über alle Bildschirme im Auto übernehmen soll. Bislang wurde aber noch nicht bekannt gegeben, welche Modelle das System unterstützen werden.

Die chinesischen Technologiekonzerne Alibaba und Baidu bieten vergleichbare Systeme an – bislang allerdings vor allem mit Fokus auf die Volksrepublik.

Laut „Supervisor Magazin“ gibt es zwischen Google und Porsche noch Differenzen über den Preis und darüber, wie tief der Technologiekonzern in die Porsche-Daten Einblick nehmen dürfe. Hintergrund sind dem Bericht zufolge die Verzögerungen von Cariad bei eigenen Softwareprojekten.

Unter dem früheren Konzernchef Herbert Diess hatte Volkswagen zunächst ganz auf eine eigene Softwareentwicklung gesetzt. Als das milliardenschwere Projekt nicht so schnell in Gang kam wie erhofft, öffnete sich Cariad. Am Ende half auch das nichts.

Diess musste seinen Hut nehmen und wurde von Oliver Blume abgelöst, der nun stärker auf Zusammenarbeit setzt. Der sagte schon früher: „Ich bin offen für Partnerschaften. Wir wollen und können nicht alles selbst machen. Wenn es gute Lösungen am Markt gibt, dann muss ich sie nicht noch mal selbst entwickeln, sondern bin mit einem bewährten Companion schneller.“
Mitarbeit: Lazar Backovic. Mit Agenturmaterial

Extra: Blumes Befreiungsschlag – Der VW-Chef kassiert die Softwarestrategie und ordnet den Konzern neu.

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