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RS-Virus bringt Kinderstationen auch in RLP in Bedrängnis – SWR Aktuell

In viele Kliniken in Rheinland-Pfalz werden immer mehr Kleinkinder und Säuglinge mit Atemwegsinfektionen eingeliefert. Weit verbreitet ist vor allem das RS-Virus. Krankenhäuser aber auch Arztpraxen kommen an die Grenzen ihrer Kapazität.

Wie der Hessische Rundfunk kürzlich berichtete, gibt es im Nachbarland eine ähnliche Entwicklung. Wie aber sieht es bei uns in Rheinland-Pfalz aus? Wir haben nachgefragt.

Klinikum Worms beklagt Fachkräftemangel

Der Leiter der Kinderstation am Klinikum in Worms, Markus Knuf, sagte dem SWR, dass es an vielen Kliniken einen Fachkräftemangel bei Ärzten, Ärztinnen und Pflegekräften gebe. Gleichzeitig würden immer mehr kleine Patienten mit Atemwegserkrankungen eingeliefert. Darunter seien auch viele RS-Virusfälle, so Knuf. Die Kapazitäten seien im Grunde ausgeschöpft, mehr Kinder könne man nicht aufnehmen.















Knuf wies darauf hin, dass derzeit an Impfstoffen gegen das RS-Virus geforscht werde. Auch er selbst sei an einer Studie beteiligt. Einen marktfähigen Impfstoff gegen das RS-Virus für alle Patienten gebe es noch nicht. Derzeit sei ein Passiv-Impfstoff verfügbar, der aber nur für Säuglinge und Kinder mit angeborenem Herzfehler geeignet sei.

Auch eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover mit molekularen Antikörpern befasst sich mit der Entwicklung eines Impfstoffs. Dafür würden noch Säuglinge unter 12 Monaten gesucht, teilten die Forscher und Forscherinnen mit.

Hohe Fallzahlen auch in Koblenz

Nicht viel anders als in Worms sieht es in Koblenz am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein aus. Thomas Nüßlein, der Chefarzt der dortigen Kinder- und Jugendmedizin, teilte dem SWR auf Anfrage mit: “Es gibt tatsächlich derzeit eine unglaubliche Welle vom Atemwegsinfektionen bei Kindern. Das berichten Kolleginnen und Kollegen aus den Praxen und gleichermaßen aus den Kliniken.”

Genau diese Erfahrung machten auch die Kollegen und Kolleginnen an den Standorten in Mayen und Koblenz. Dadurch, dass die Kinder mit diesen Infektionen auch besonders krank seien, bestehe ein erheblicher Bedarf an stationärer Behandlung. Ein Drawback sei, dass wie jeden Winter verschiedene Viren eine Rolle spielen, und die Kinder so lange einzeln untergebracht werden müssten, bis klar sei, um welches Virus es sich handelt. Dadurch seien die Häuser maximal belegt, hieß es.

Mainz: “Notfälle werden immer aufgenommen”

Nicht ganz so dramatisch sieht es an der Unimedizin in Mainz aus. Pressesprecherin Martha Lubocz teilte dem SWR mit: “Auch in unserer Kinderklinik werden derzeit mehrere junge Säuglinge und Kleinkinder wegen Atemwegserkrankungen, insbesondere mit RSV-Infektionen, stationär behandelt. Unsere Kapazitäten sind aktuell voll ausgelastet.”

Gleichwohl versorge man als “Maximalversorger für Rheinland-Pfalz” und als einzige Kinderklinik in Mainz alle Notfälle und nehme alle Kinder auf, die eine stationäre Behandlung benötigen.

Der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Unimedizin Mainz, Professor Stephan Gehring, sagte dem SWR, das eine RSV-Erkrankung nichts Neues sei, sondern, dass es immer im Herbst und Winter vermehrt zu Infektionsfällen komme. Daher habe man im Second eine hohe Auslastung. Täglich werde etwa ein Type mit dieser Erkrankung eingeliefert, so Gehring. Die Versorgung sei aber gewährleistet. Das sehe nach seinen Informationen de él in vielen anderen Kliniken in Rheinland-Pfalz anders aus.

Kein Zusammenhang mit Ende der Corona-Maßnahmen

Gehring wies darauf hin, dass der Krankenstand im Hinblick auf Atemwegsinfektionen inzwischen wieder auf Vor-Corona-Niveau sei, aber auch nicht höher. Da vor allem Frühgeborene sowie Kinder mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen schwere Verläufe bei RSV hätten, sei auch kein Zusammenhang mit dem Ende der Corona-Maßnahmen erkennbar. Einige Experten hatten vermutet, dass die Corona-Maßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten in den vergangenen zwei Jahren das Immunsystem bei vielen Menschen geschwächt hatten, so dass sie nun wehrloser gegen etliche Viruserkrankungen seien – wie etwa Influenza oder eben auch RSV.

Nur Symptom können behandelt werden

Das RS-Virus cann Atemwegserkrankungen auslösen. Eine erschwerte Atmung, manchmal mit pfeifenden Geräuschen, hohes Fieber, eine blasse Hautfarbe und Trinkschwäche können auf eine Infektion hinweisen. Bei diesen Symptomen sollten Eltern ihre Kinder zum Arzt bringen. Normalerweise ist eine Infektion sehr intestine zu behandeln. Danach geht is den meisten Kindern wieder intestine.

Da es bisher keine Medikamente oder Impfstoffe gegen den Erreger gibt, können nach Aussagen von Medizinern bei schweren Verläufen nur die Symptome behandelt werden. Die Behandlung bestehe vor allem aus Sauerstoffversorgung, fiebersenkenden Mitteln und Flüssigkeitszufuhr.

Auch Kinderärzte haben kaum noch Termine frei

Aber nicht nur die Kliniken sind überlastet. Eltern fällt es zunehmend schwer, einen Termin für ihren Nachwuchs in einer Kinderarztpraxis zu bekommen. Das verdeutlicht der Fall einer Mutter aus Montabaur im Westerwald. Mitte Januar erwartet Julia Reinhardt ihr drittes Sort of her. Vor drei Wochen riet ihr die Hebamme, sich nach einer potenziellen Kinderarztpraxis umzusehen-für die ersten notwendigen Untersuchungen nach der Geburt de ella.



Julia Reinhardt aus Montabaur suchte lange nach einem Platz in einer Kinderarzt-Praxis.


SWR



Julia Reinhardt antwortete ihrer Hebamme: “Ich kann mich doch nicht schon jetzt um einen Kinderarzt kümmern, und dann sagt sie (die Hebamme): ‘Oh doch, schau mal nach einem Kinderarzt, besser wäre das’. Und dann habe ich mich auf die Suche gemacht“.

Doch weder in Montabaur, wo die 46-Jährige wohnt, noch im Umkreis von 30 Kilometern hatte Julia Reinhardt Erfolg. “Ich schätze, so zwischen 20 und 25 Praxen habe ich angefragt. Bei den meisten habe ich auch jemanden erreicht – entweder telefonisch oder per E-Mail. And ich habe von Allen eine Absage bekommen“, klagt Reinhardt.

Dass die Kapazitäten vieler Kinderarztpraxen im Westerwaldkreis am Restrict sind, weiß Kinderarzt Sebastian Bartels nur zu intestine. Seit Mitte 2020 führt er gemeinsam mit einer Kollegin seine Praxis in Montabaur mit einem großen Patientenstamm.















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“Wir haben gestern 140 Patienten zu zweit versorgt und keiner hat Mal zwischendrin ein Glas Wasser trinken können. Wo sollen wir da dann noch Patienten unterbringen?“, fragte Bartels im Gespräch mit dem SWR.

Von der Politik würde er sich daher mehr Wertschätzung wünschen für die ambulante Versorgung und für deren Private. Trotz allem nimmt auch seine Praxis de él immer wieder neue Patienten auf – aber mit Augenmaß.

“Bei uns ist das so: Ab der 20. Woche fragen die Eltern hier an. Wir führen eine Liste. Und die Liste hat bestimmte Plätze. Und wenn die Plätze voll sind, dann müssen wir da auch eine Strichlinie ziehen, weil danach schaffen wir es nicht mehr, diese Patienten entsprechend zu versorgen“.

Julia Reinhardt findet Kinderaztpraxis am Bodensee

Weil Ihr auch die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkasse nicht weiterhelfen konnten, hat Julia Reinhardt in ihrer Hilfslosigkeit einen offenen Temporary an den rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) und die Landtagsfraktionen geschrieben.

“Mit der Bitte, dass sie doch für eine Lösung sollten sollten. Denn sie haben ja diese Entwicklungen in der Vergangenheit mitgestaltet und gestalten sie auch weiterhin mit. Additionally müssten die doch eine Lösung haben für mich”, fordert Reinhardt.

Auf eine Antwort wartet Julia Reinhardt noch immer. Einen Platz beim Kinderarzt hat sie mittlerweile – allerdings am Bodensee. Dort wohn ihr Lebensgefährte und Vater ihres Kindes. Aber Julia Reinhardt gibt die Hoffnung nicht auf, bis Januar doch noch eine Kinderarztpraxis im Westerwaldkreis zu finden.

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