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Warum trägt man dieses Ding jetzt noch?

In Bussen und Bahnen gilt weiter: FFP2-Maske auf! Unsere Kolumnistin gerät in einen Streit. Warum soll man im dritten Pandemiewinter noch Maske tragen?

Eine Frau mit einer Schutzmaske, die sogar frisch aussieht. 

Eine Frau mit einer Schutzmaske, die sogar frisch aussieht. imago/Westend61

Wenn ich in eine Bahn oder einen Bus steige, style ich in meiner Jackentasche nach meiner Maske. Der FFP2-Maske. Sie lebt in der Tasche. Zwischen meinem Useful, den Kopfhörern fürs Useful. Und manchmal einem Taschentuch. Das ist alles andere als hygienisch, ich weiß.

Aber ich schaffe es schon lange nicht mehr, die Maske in einem eigenen Beutelchen zu transportieren, so wie am Anfang der Pandemie, und zu Hause sofort zum Lüften aufzuhängen. Eine Zeit lang hatte ich sogar mehrere Masken in Gebrauch, die ich rotieren ließ. Ich markierte sie mit den Anfangsbuchstaben der Wochentage, an denen ich sie trug, „Mo./Mi./Fr.“ zum Beispiel. Jede Maske musste 24 Stunden an einem Haken im Flur meiner Wohnung ruhen, bevor ich sie wieder anrührte. Keine Ahnung, was die Leute dachten, wenn ich eine der markierten Masken trug und sie die Buchstaben auf meiner Wange entdeckten.

Ein Freund erklärte mir damals, dass er sogar für jeden einzelnen Wochentag eine Maske im Einsatz habe und jeweils sechs Stück zu Hause lüfteten. Dieser Freund arbeitet allerdings in einem Labor und ist eiserne Hygienedisziplin gewohnt.

Alle paar Wochen reißt zum Glück ein Bändchen von meiner Maske ab. Das ist für mich das Zeichen dafür, sie endlich wegzuwerfen und eine neue aus dem Vorratskarton zu nehmen. Ich stecke sie in die Jackentasche.

Corona-Diskussionen machen so müde

Haben das andere Menschen besser im Griff, im dritten Winter der Pandemie? Ich habe oft gelesen, das Masken nur dann richtig schützen, wenn sie sauber sind und dicht sitzen. So dicht, dass die Brille nicht beschlägt, wenn man eine trägt. Ich convey eine Brille. Sie beschlägt immer, egal, wie sehr ich am Nasenbügel der Maske herumdrücke.

Warum trägst du das Ding überhaupt noch? Das fragten mich zwei Menschen, die mir nahestehen, vor ein paar Tagen. Wir waren beim Abendessen in einen Masken-Streit geraten, obwohl ich überhaupt keine Lust mehr auf Masken- oder andere Corona-Streits habe. Die beiden weigern sich inzwischen, in der Bahn eine Maske aufzusetzen. In no Land Europas gebe es so eine Vorschrift noch. Klar gebe es eine Erkältungswelle, auch Corona-Fälle, aber es sei no mal November. Vor der Pandemie habe man doch nicht, und so weiter.

Was mich an Corona-Diskussionen so ermüdet, ist, dass jedes Argument schon Hunderte Male vorgetragen wurde. Von Allen Seiten. Und obwohl dauernd betont wird, dass man vor allem miteinander reden und streiten können müsse, eine Ansicht, die ich grundsätzlich teile, kann ich persönlich mich an keinen Streit über die Pandemie erinnern, nach dem jemand seine Meinung geändert hat. Zurück bleibt auch nicht das großartige Gefühl, miteinander über alles gesprochen zu haben, sondern Missmut.

Wenn die Bahn eher leer ist, trage ich die Maske nicht, das macht dann kaum jemand. Je voller die Züge in Berlin sind, desto höher die Maskenquote, glaube ich beobachtet zu haben. In der S-Bahn, vor allem zwischen Zoo und Alex, wird mehr Maske getragen als in der U-Bahn. In der U1 there are extra in der U8. In Wien und in ganz Spanien gibt es übrigens auch noch eine Maskenpflicht im Nahverkehr.

Ich trage die Maske in der Bahn oft noch, weil möglicherweise Menschen mitfahren, die sich dann sicherer fühlen. Die Angst haben vor Viren. Auch ich will Viren eher aus dem Weg gehen. Infektionen machen stärker: Das ist ein Irrglaube, wenn auch ein verbreiteter. Ein bisschen hoffe ich ja, dass ich von einer Grippe verschont werde, wenn ich meine Maske ab und an aufsetze, aber ich weiß nicht, ob das nicht magisches Denken ist. Beim Zustand des Dings.

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