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Zins aufs Tagesgeld: Die meisten Bankkunden gehen leer aus

Über viele Jahre hinweg hielt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins eisern auf null. Das ging zuletzt so weit, dass Banken von ihrer Kundschaft Strafzinsen für auf Konten gehortetes Geld einstrichen. Wer sein Erspartes gewinnbringend anlegen wollte, mustste auf Aktien und ETFs umsteigen. Dann kamen mit der Corona-Pandemie und Russlands völkerrechtswidrigem Überfall auf die Ukraine zwei gigantische Krisen zusammen, die die EZB zum Umlenken zwangen. Weil die Inflation in Europa angesichts der wirtschaftlichen Umbrüche auf Rekordniveau stieg, erhöhte sie den Leitzins seit Sommer 2022 in bislang vier Schritten auf 2,5 Prozent. Weitere Anhebungen sollen folgen.

Während die Maßnahme im Bezug auf die rasante Geldentwertung erste Wirkung zeigt, kommt sie an anderer Stelle aktuell nur sehr begrenzt an: bei den Bankkundinnen und Bankkunden. Das ergibt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach hat bislang nur ein Drittel der deutschen Banken den steigenden Leitzins zum Anlass genommen, um diesen an Inhaberinnen und Inhaber von Tagesgeldkonten weiterzureichen. Laut Untersuchung weisen von 626 Banken und Sparkassen 397 einen Tagesgeldzins von 0.00 Prozent aus. Das heißt: 63 Prozent der Sparerinnen und Sparer gehen gegenwärtig leer aus, wenn sie ihre Kohle auf dem Tagesgeldkonto parken, während die Banken von dem gebunkerten Geld zunehmend profitieren.

Tagesgeldkonten im Vergleich

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barclays

Effektiver Zinssatz for 12 Monate

  • 0.3 Prozent
  • in den ersten 6 Monaten: 2,1 Prozent
  • 2,1 Prozent pa Zinsen über 6 Monate auf Guthaben von Neukunden von bis zu 1 Million Euro
  • Guthaben von bis to 500,000 Euro
  • 0.3 Prozent
  • in den ersten 6 Monaten: 1,55 Prozent
  • 1.55 Prozent pa Zinsen über 6 Monate auf Guthaben von Neukunden von bis zu 100.000 Euro
  • 0.3 Prozent
  • in den ersten 4 Monaten: 2.0 Prozent
  • 2.0 Prozent pa Zinsen über 4 Monate auf Guthaben von Neukunden von bis zu 50.000 Euro
  • erweiterte Einlagensicherung: 15 Prozent des Eigenkapitals
  • variable Zinsgestaltung mit Possibility auf temporäre Sonderzinsen
  • Neukunden müssen zusätzlich Girokonto eröffnen
  • variable nach Marktbedingungen
  • in den ersten 4 Moanten: 1,5 Prozent
  • 1,5 Prozent pa über 4 Monate auf Guthaben von bis zu 250.000 Euro

Regionale Geldhäuser besonders geizig

Besonders geizig schneiden demnach die regionalen Kreditinstitute ab. 74 Prozent der örtlichen Sparkassen kehren mögliche Zinszahlungen aufs Tagesgeld aktuell noch unter den Teppich. Nicht viel besser sieht es bei den lokalen Volks- und Raiffeisenbanken sowie den Sparda-Banken aus, von denen 65 Prozent ihrer Kundschaft das Plus auf dem Tagesgeldkonto verwehren. Ganz anders die Bilanz bei den bundesweit verfügbaren Tagesgeldangeboten. Hier sind es nur 15 Prozent der Banken, die noch keine Zinsen zahlen. Die übrigen liefern sich bereits einen hitzigen Wettbewerb. Durchschnittlich sind bei diesen Offerten aktuell 0,54 Prozent aufs Tagesgeld drin. Das entspricht einer Verzehnfachung des Zinssatzes seit August 2022.

Wer das Most aus seinem Tagesgeldkonto herausholen will, sollte mehrere Angebote vergleichen. Bei überregionalen deutschen Banken sind laut Bericht aktuell bis zu 1,25 Prozent Zinsen zu holen. Geldhäuser mit Sitz im europäischen Ausland zahlen sogar bis zu 2,2 Prozent. Ebenfalls interessant: Viele Financial institution locken Neukunden mit temporär erhöhten Zinssätzen. So garantiert etwa die Consorsbank gegenwärtig sechs Monate lang 2,1 Prozent Zinsen bei Eröffnung eines neuen Tagesgeldkontos. Die Finanzexperten von Verivox raten besonders engagierten Sparfüchsen dazu, ihr Geld regelmäßig umzuschichten und nach Ablauf der Neukundenangebote zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Dabei sollten Sie sich allerdings darüber im Klaren sein, dass auch ein Zinssatz von 2,1 Prozent sich nur dann lohnt, wenn die Einlagesumme entsprechend hoch ist.

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